Es ist Samstagmorgen und der Wocheneinkauf steht an. Schnell noch überlegen was denn überhaupt gebraucht wird und einen Einkaufszettel schreiben. Ein paar begeben sich schon recht zeitig auf den Weg, um den rollenden Massen zu entgehen. Doch eigentlich gibt es an einem Samstag doch gar kein Entkommen.

Der Samstag ist der Tag der Woche an dem die meisten überhaupt erst die Zeit finden ihren Einkauf an Lebensmitteln für die Woche zu erledigen. Unter der Woche ruft die Arbeit. Kinderlose gehen meist von 8 bis 17 Uhr arbeiten und wollen sich dann nicht mehr um den Einkauf kümmern. Und mit kleinen Kindern nach der Kita oder am Nachmittag einzukaufen kann eine ganz schöne Qual sein😉. Als meine Jungs noch klein waren und ich sie zum Einkaufen mitnehmen musste, landete so einiges im Einkaufswagen was da gar nicht reingehörte. Dann wollten die Kinder im Wagen sitzen oder mit einem Autoeinkaufswagen durch den Markt geschoben werden. Bei zwei Jungs ist das echt anstrengend. Wenn dann noch ein Streit zwischen den Jungs aufkam, war mir die Aufmerksamkeit aller sich im Laden befindenden Menschen sicher. Also auch keine optimale Lösung.

Eigentlich gehe ich gerne Lebensmittel einkaufen und könnte damit Stunden verbringen. Am liebsten auf einem „echten“ Markt. Nicht auf solch einem, auf dem Großmarktware verkauft wird, sondern auf dem regionale Händler / Bauern ihre Waren verkaufen. An jedem Marktstand gibt es etwas zum Probieren und es duftet herrlich nach frischem Gemüse, Kräutern, frischem Fisch, Räucherwaren und und und. Klingt irgendwie romantisch. Ist es auch😉.

All dies ist uns in einem Supermarkt leider vergönnt. Denn die Lebensmittel sind in Plastik verpackt oder duften erst gar nicht. Praktisch ist der Einkauf im Supermarkt dennoch. Alles an einem Ort und wir müssen nicht noch in der Gegend herumgurken. So ist der Wocheneinkauf schnell erledigt.
Die Einkaufswagen werden vollgepackt und dann nix wie nach Hause und das Wochenende einläuten. Nun ist erstmal Ruhe bis zum nächsten Samstag. Ich musste zum Glück und das ist ein Vorteil des Schichtdienstes, nie an einem Samstag mit den Massen meinen Wocheneinkauf erledigen. Am wenigsten ist an einem Dienstag oder Donnerstagvormittag los. Auch in meiner Kindheit mussten wir nicht samstags einkaufen gehen, da meine Mutter als Krankenschwester auch im Schichtdienst war.

Die Schränke sind voll und was kochen wir nun damit?

Die Frage kommt leider oft erst nach dem Einkauf. Mir ging es oft so, dass ich mich hab verführen lassen und mich dem Spontankauf völlig hingab. Mit dem Resultat, dass ich viel zu viel einkaufte und leider zum Ende der Woche vieles im Müll landete. Ein radikaler Schnitt musste her. Der schon traditionelle Wocheneinkauf wurde völlig umgekrempelt. Ich überlegte mir im Voraus, was ich denn kochen möchte und brachte etwas (auch wenn nur für eine kurze Zeit) Struktur in meine Kocherei zu Hause. Die Reihenfolge der Gerichte wurde nach der Lagerfähigkeit des Gemüses festgelegt. Frischer Spinat war vor den Karotten dran und Nektarinen vor den Äpfeln.

Das war super! Wir schmissen so gut wie keine Lebensmittel mehr weg. Doch lang hielt das nicht an. Ich koche am liebsten spontan und nach den Gelüsten der Familie. Das ist mit einem festen Plan schwierig. Da kommt mir meine Selbständigkeit zu Gute. Sie ermöglicht mir auch mal zwischendurch einkaufen zu gehen.

Nu ist aber nicht jeder selbständig und kann flexibel einkaufen gehen. Hier bietet sich ein strukturierter Wochenplan an. Besprecht im Vorfeld gemeinsam, wer was essen möchte. Geht gemeinsam die Vorratsschränke durch und überlegt euch genau was ihr benötigt. Habt die Haltbarkeit der Lebensmittel beim Aufstellen des Plans im Auge. Wurzel und Knollengemüse hält sich länger als Blattgemüse. Eine tiefgefrorene, naturbelassene, bunte Gemüsemischung ist manchmal eine echte Zeitersparnis und aufgepeppt mit frischen Kräutern sehr lecker. Frischer Fisch hält sich nur ein, max. zwei Tage je nachdem wie lange der Weg aus dem Wasser in die Frischetheke dauerte. Fleisch hält sich wesentlich länger. Verlasst euch hier auf eure Sinne. Alles was stinkt, ist um! Ausgenommen reifer Käse😉. Tiefkühlfischfilets schmecken oft verwässert, muffig und weit weg vom eigentlichen Geschmack, wenn der Fisch frisch aus dem Meer, gegrillt auf den Teller springt.

Solch ein Plan ist die ersten Male etwas müßig, doch laut den Experten soll alles was wir 21 mal wiederholt haben in unseren Gehirnen gefestigt sein und lässt uns bei der Sache bleiben😉.

Aber mal im Ernst, ein strukturierter Plan lässt uns ne Menge Geld sparen, da die Spontankäufe fast verschwinden. Es sei denn, ihr geht mit leerem Magen einkaufen. Gar keine gute Idee!! Er nimmt die tägliche Frage nach dem: „Was sollen wir heute essen?“ Und nimmt uns etwas Stress. Hier gibt es im Netz auch Hilfe.

Apropos sparen. Aus einem ganzen Hähnchen könnt ihr mind. drei Gerichte Kochen. Aus dem Gerippe / Karkasse einen Fond und daraus eine Suppe. Aus den Brüsten kleine Schnitzelchen mit einer leckeren Nuss Panade, ein Geschnetzeltes oder einfach naturbelassen mit Kräutern. Die Keulen könnt ihr für ein Frikassee oder ein Rillette mit Reis oder einem leckeren Kartoffelpüree und Salat verwenden. Wenn ihr das in euren Plan mitaufnehmt werdet ihr zu Sparfüchsen!

Verwertet Reste! Wie zum Beispiel werden aus Kartoffeln vom Vortag Rösti, Salat, Auflauf oder Suppe! Lasst eurer Phantasie freien Lauf.

So gerüstet wird der Wocheneinkauf zu einem Kinderspiel!

Autor: Sybille Schönberger

18. September 2018