Im Moment bietet uns der Herbst ein reichhaltiges Buffet an buntem Gemüse, Nüssen, Obst und allerhand mehr. Doch Kaffee, Reis, Bananen und Zitrusfrüchte (nur um die gängigsten zu erwähnen) wachsen trotz des Klimawandels immer noch nicht in unseren Gefilden. Das ist uns durchaus bewusst doch ist es für uns zu einer Selbstverständlichkeit geworden, für Kaffee und co wobei der Kaffee im Vergleich noch das teuerste Produkt ist, für dies Lebensmitten nur nen Appel und nen Ei zu bezahlen.

Ein Kilogramm Milchreis ist schon für knapp einen Euro zu bekommen. Da frag‘ ich mich, was für den Reisbauer noch bei rumkommt? Ich stelle mir vor, wie der Bauer durch das mit Wasser geflutete Feld stapft und jedes Büschel Reis mit der Hand aus dem Wasser zieht. Übrigens, steht der Reis nur im Wasser damit sich keine Unkräuter und andere Schädlinge breit machen. Da müssen unzählige Stechmücken herumschwirren. Stellt euch mal vor, ihr steht da im Wasser und erntet den Reis! Es gibt auch maschinell angebauten Reis zum Beispiel aus Italien. Da kostet das Kilo schon mal um die 12 Euro.

An einem Halm können 80 bis 100 Reiskörner ausgebildet werden. Also ich verdrücke bestimmt locker mal 16000 Reiskörner pro Portion! Wie kann da der Preis von einem Euro für ein Kilogramm Reis gerechtfertigt sein. Klar wollen wir es alle so preiswert wie möglich und viele müssen leider aufs Geld sehr achten. Auch ich weiß wie das Gefühl ist, sich nichts mehr kaufen zu können. Als Kochlehrling verdient man nicht wirklich genug Geld, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Da gab es schon Zeiten, in denen mir meine Schwester das ein oder andere Mal ein Carepaket packte. Kein schönes Gefühl. Leider ein anhaltender Missstand in der Gastronomie.

Vielleicht war es aber genau diese Situation, die mir bewusst machte, wie wichtig eine faire Entlohnung für geleistete Arbeit ist! Es ist aber nicht nur das Geld, sondern auch die Umstände bzw. die Arbeitsbedingungen, die wichtig sind. Hier klingen die Worte meiner Mutter in meinen Ohren, die immer sagte: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das tut auch keinem anderen gut.“

Uns erreichen die Bilder von Bananenpflückern, die in einem Pestizid-Regen Bananenstauden ernten oder Statistiken über die stetig steigende Krebsrate in den Anbaugebieten nicht und wenn, nur nebenbei in einem Nachtmagazin.

Auch die Kaffeeernte / Teeernte ist müßig und bedarf einer Menge Geduld. Vom Pflücken der Kaffee-Beeren oder dem Zupfen der jungen Triebe für den Tee, über das Trocknen und fermentieren, das Aussortieren und verpacken bis zum Verkauf, fließt viel Schweiß und es braucht Zeit.

Es bedarf einer riesigen Menge um den Markt zu sättigen.
Hier bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Durch Billiglöhner und reichlich Anbaufläche gibt es genug Kaffee, Tee, Reis und co die mit geringen Kosten produziert werden können. Somit kann das Produkt sehr günstig verkauft werden. Doch ist das fair?

Es ist ja nicht so, dass alle wegschauen und die “is mir doch egal“ Linie fahren. Fairtrade ist z. B. eine dieser Bewegungen die sich für einen fairen Handel einsetzen. Diese fair gehandelten Produkte sind meist etwas teurer, doch ich bezahle diesen höheren Preis (solange ich es kann) gerne. Denn ich weiß, welche Arbeit hinter dem Produkt steht.

Einfach mal drüber nachdenken! Danke!

Autor: Sybille Schönberger

25. September 2018