Oft werde ich gefragt, wie ich all die Dinge, die ich lebe, unter einen Hut bringe?
Job, Haushalt, Kinder, Karriere, Freizeit, …ehrlich gesagt, frage ich mich das auch manchmal aber nur für einen kurzen Augenblick und dann geht’s einfach weiter.

Ich bin eine Macherin, ein Mensch, der nicht lange drüber nachdenkt, sondern die Ärmel hochkrempelt und loslegt. Vielleicht spielt mir hier auch meine Ungeduld in die Karten und mein Leitsatz, eine Sache nicht zweimal anzufangen. Zugegeben hat sich das ein oder anderer Mal im Nachhinein herausgestellt, dass meine mutigen Schnellschuss-Ideen nicht immer unbedingt die besten waren und vielleicht wäre es besser gewesen, eine Minute länger darüber nachzudenken.

Ein Macher-Typ ist meist etwas größer, hat breite Schultern, eine ausgeprägte Muskulatur…da könnte man glatt denken, es gäbe nur männliche Macher Typen, doch ich bin eine Frau und ein Macher Typ😉.

Meine Mutter hat sicherlich einen großen Teil dazu beigetragen. Sie sagte immer, entweder machst des richtig oder gar nicht und macht euch (gemeint waren meine Schwestern und ich) bloß nicht abhängig!! Wir sind tatsächlich zu drei unabhängige Frauen herangewachsen, die selbstständig Glühbirnen wechseln können, gerne den Rasen mähen und eine Bohrmaschine und eine Motorsäge zu handhaben wissen.

Nur wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umschaue (seid mir nicht böse, Mädels) gibt es leider nicht sehr viele Frauen, die mutig sind und sich diesen Aufgaben stellen. Ich bin weit weg von dem Gedanken, ich brauche dich nicht, du Mann, ich kann das selber aber ich kann‘s nu mal……ist auch nicht immer einfach!

Ich glaube, ich würde auch wunderbar in der Wildnis zurechtkommen! Mein Beruf und mein Affinität für die Jagd sind da bestimmt ganz nützlich!

Für mich ist Mut viel mehr, als als Frau handwerkliche Aufgaben zu meistern oder zu verrückten Ideen ja zu sagen!

Mutig ist es doch auch, sich seiner Angst zu stellen, nein zu sagen, nicht mit dem Strom zu schwimmen, nicht den Erwartungen zu entsprechen, anders denken und handeln und trotzdem für sein Tun geradestehen können!
In den letzten drei Jahren war ich, aus meiner Sicht, sehr mutig! Ich habe mich meiner größten Angst gestellt und mein Leben umgekrempelt. Und hey, ich lebe noch!

Zuletzt war ich vor ein paar Tagen richtig mutig! Beim Klönen mit meinen Schwestern kamen wir auf so manch verrückte Ideen. Eine gefiel mir besonders gut und diese wurde direkt am nächsten Tag umgesetzt. Meine ältere Schwester leistete mir tapfer Beistand und nun ziert ein neues Piercing meinen Körper! Das fällt unter: „Je oller, je doller!“

Aus meiner Sicht als Köchin entgingen uns so manche Geschmacksexplosionen, wenn es nicht mutige Köche geben würde, die einfach mal scheinbar unpassende Aromen miteinander kombinieren, wie z. B. Blauschimmelkäse und Schokolade oder Rindfleisch und Kaffee aber auch Kaviar und weiße Schokolade. Und wie heißt es so schön: die Mutigen werden belohnt.

So manch ein mutiger Koch ist heute mit drei Michelin Sternen ausgezeichnet!

Oft ist es wirklich schwer, mutig zu sein, doch es lohnt sich!!

Sei mutig!

„Der Mut steht am Anfang, das Glück am Ende.“ Victor-Marie Hugo

Autor: Sybille Schönberger

21. Juni 2018